Seit 1883 Georg Lüderitz Metallbau

Von der Dorfschlosserei zum Lesitungsfähigen Handwerksbetrieb

 

Im Wirtschaftsleben kommt es gewiß nicht allzu häufig vor, dass eine Firma ihr hundertjähriges Bestehen feiern kann. Wenn sie denn aber auch das gesamte Jahrhundert hindurch im Besitz ein und derselben Familie bleibt, wie es bei der Firma Lüderitz der Fall ist, so ist dies bestimmt eine Seltenheit.

In der Familie Lüderitz drückt sich die Beständigkeit schon dadurch aus, dass vom Gründer bis zum heutigen Juniorchef jeder den Vornamen Georg bekam. Daher ist es wohl unumgänglich, bei der Firmenchronik jedem Georg eine Nummer zuzuteilen, um die Generationen unterscheiden zu können. Im April 1883 wurde die Firma von Georg Lüderitz I gegründet. Er stammte aus einer Kirchröder Bauernfamilie. Georg I schüttete den damals noch existierenden Dorfteich im alten Dorfteich von Kirchrode zu. Er baute dort eine Schlosserwerkstatt. Daneben stand ein Fachwerkhaus, das bereits um das Jahr 1700 herum errichtet worden war. Es hatte bereits in recht jungen Jahren die Dorfschmiede beherbergt.

Georg I verstarb bereits in recht jungen Jahren. Sein Sohn Georg II kam dann mit 14 Jahren in die Lehre und erlernte das Schlosserhandwerk. Als Geselle wanderte er bis nach Venedig und arbeitete während dieser Zeit in verschiedenen Handwerksbetrieben.

Nach seiner Rückkehr führte er den Betrieb weiter. 1911 heiratete er und 1913 kam Georg Lüderitz III zur Welt. So ganz nebenbei entstand auf dem Umweg über zahlreich anfallende Fahrradreparaturen auch ein Fahrradgeschäft, das seit 1978 nicht mehr betrieben wird.

Der 2. Weltkrieg ging auch an der Firma Lüderitz nicht spurlos vorüber. Georg II und sein Sohn wurden eingezogen. Seine Frau führte das Geschäft weiter. Nach Rückkehr aus der Gefangenschaft 1946 wurde die Arbeit wieder aufgenommen.

Der Fortschritt hilt im Laufe der Jahrzehnte nicht nur in der Werkstatt Einzug, sondern auch im Dorf Kirchrode. Immer wieder mußten Teile des Grundstückes für die Verbreiterung der Tiergartenstrasse und des Großen Hillens abgegeben werden, bis 1964 auch das auf dem Foto abgebildete Fachwerkhaus und die Werkstatt der Neugestaltung des Ortskerns zum Opfer fielen. Georg III baute das heutige Geschäftshaus (Beki-Markt) mit auf dem Hof befindlichen Werkstattgebäude wieder auf. Aus der Ehe des Georg III ging Georg IV hervor. Er erlernte bei seinem Vater das Schlosserhandwerk und wurde zweiter Bundessieger. Nach Besuch der Meister- und Technikerschule übernahm er die Firma von seinem Vater. 1983 ist die Firma in den Döhrbruch 62 umgezogen, weil mehr Platz benötigt wurde. Sohn Stefan,(geb.23.3.76) kam im Jahr 2000 in den väterlichen Betrieb und absolvierte 2003 seine Meisterprüfung im Metallbauhandwerk.